GFM-Rommel-Kaserne


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Bedienungsanleit..

Dies und Das

Irgendwann kommen sie alle einmal wieder!

*

Vereinfachte Bedienungsanleitung für ehemalige Bundeswehrsoldaten, die sogenannten Heimkehrer!

*


Eines Tages kommen sie wieder!

Sie hingen ihre Uniform in den Spind, stiegen in ihr Auto und fuhren nach Hause.

Sie kamen, wie sie gegangen sind, unauffällig.

Jetzt sitzen sie bei Euch auf der Couch und trinken ihr Bier, als seien sie nie weg gewesen.

Kaum ein Wort kommt über ihre Lippen von dem was sie in den vergangenen Zeiten, als sie nicht da waren, erlebten.

Vater sprach es als Erster aus:

"Man könnte beinahe glauben, die Bundeswehr hinterlässt keine Spuren!"

Doch Vater irrte sich, wie die späteren Tage zeigten.

Ungläubig hängt die Verwandtschaft an den schweigenden Lippen des immer noch mit einer eigenartig kurzen Frisur versehenen Heimkehrers.



Aber doch gibt es untrügliche Anzeichen, man muss sie nur erfassen können, an denen Sie einen ehemaligen Bundeswehrsoldaten
* ganz schnell erkennen können. *oder eine Soldatin

Schon während des ersten Wochendspaziergangs der Familie wird es höchstwahrscheinlich zu den ersten Zwischenfällen kommen, muss es aber nicht!

Nehmen Sie es Ihrem frischumtrassierten Zivilbürger nicht allzu übel, sollte er Sie auf einer gut übersichtlichen Wiese urplötzlich niederreißen und sich neben Sie auf den Boden werfen.

Er will nur verhindern, dass Sie für die Spaziergänger auf der anderen Seite der Wiese ein, wie er meint, gut sichtbares Ziel abgeben.

Auch sein Schrei
"Tiefflieger" wenn ein Raubvogel am Himmel auftaucht, und sein sofortiges Verschwinden im nahem Unterholz sollte Sie nicht abschrecken.

Wenn aber ein Maulwurf auf einer nahen Wiese seinen Haufen aufwirft und Ihr Exsoldat sofort
"Alarm - U-Boot von unten" brüllt, und sich in das Gras wirft, sollten sie nicht reagieren!

Denn nun versucht er, Sie mit einem unter Bundeswehrausbildern sehr beliebten Spielchen, zu verarschen!

Aber bitte, nehmen Sie ihn vieles nicht allzu übel, er meint es wirklich nur gut mit Ihnen, er versucht doch nur Ihnen als Zivilisten das
"Leben im Felde" und seine erlernten "Überlebensstrategien" nahe zu bringen!

Ich bitte Sie sehr tolerieren Sie sein Verhalten zunächst erst einmal, auch wenn es für Sie mehr als ungewohnt ist, offenes Gelände wie Ihren großen Garten nur noch robbend (kriechend) hinter sich zu bringen.

Halten Sie auch an sich, sollte er beim Anblick Ihres in langen Abendstunden gebauten Vogelhäuschens in der hinteren Gartenecke, von
"Flugzeughangar" sprechen, er ist noch etwas verwirrt.

Bewahren Sie stets Ruhe - und vor allem zeigen Sie gute Laune!

Sie sollten auch sehr großes Verständnis aufbringen, wenn Ihr Heimkehrer sich weigert, auf einem Sonntagsspaziergang etwa, eine kleine Lichtung in Ihrem Lieblingswald im aufrechten Gang zu überqueren.

Bleiben Sie einfach ganz ruhig, hier zeigt sich nun das für Sie Interessante, das Gelernte bei der Bundeswehr.

Hierzu noch ein gut gemeinter Rat!

Meiden Sie in jedem Fall während eines solchen Spatzierganges Waldränder!

Es könnte sein, dass sich hier Ihr ehemaliger Bundeswehrsoldat genötigt fühlt, die besten Positionen für Feuerstellungen auszukundschaften zu müssen und er sofort beginnt das Unterholz zu roden, um Platz für ein Fahrzeug zu schaffen!



Andere, für Sie aber nichts desdo weniger merkwürdige Gebaren, die aber leichter zu ertragen sind, ist das ständige Mitführen eines Klappspatens.

Hierzu ein weiterer gut gemeinter Rat!

Sie sollten sich ebenfalls mit einem Grabegerät, am besten mit einer Schaufel versehen, um die Löcher die Ihr ehemaliger Soldat buddelt, gleich wieder zuschaufeln zu können.



Waldbauern hassen Löcher in ihren Wäldern und an ihren Waldrändern!

Das von Ihrem Heimkehrer bereits ausgerissene Unterholz sollten Sie, nachdem er sein Werk mit anerkennendem Blick begutachtet hat und weiter zur nächsten Feuerstellung gerannt ist, sofort wieder beheben, indem Sie alles Unterholz an den Rand des Waldes ziehen.

Wiederholen Sie dass so oft es notwendig ist.

Aber keine Angst, nicht jeder gut ausgebildete, und heimgekehrte Soldat beginnt ein Familienpicknick gleich mit dem Ausheben eines Schützengrabens, um der Familie Sicherheit zu geben.



So etwas kann gelegentlich und im gesonderten Einzelfall aber schon auftreten, etwa bei ehemaligen Panzergrenadiertruppensoldaten.

Dieser Fall erfordert dann aber viel Verständnis der Familie und vor allem, stets mehrere Grabegeräte (am besten Schaufeln) mit dabei zu haben, um den angerichteten Schaden sofort beheben zu können.

Kommen wir nun zum Picknick, das Sie am Waldesrand geniessen wollen.

Besonders bei diesen
"Frischluftmahlzeiten" in Gesellschaft des frisch entlassenen Bundeswehrsoldaten ist eine gehörige Portion Toleranz unbedingt notwendig.

Nicht jeder sogenannte Zivilist, ein beliebter Ausdruck bei der Bundeswehr für Nichtuniformträger, erträgt auf Anhieb den Anblick, wenn eine dreifache Portion Würstchen mit Mutter´s Kartoffelsalat, einem großen Schwung Ketchup oder Extrasenf sowie diversen Mixtetpickles in weniger als vier Minuten in unserem Ex-Soldaten verschwindet.

Aber ein Trost bleibt Ihnen, die schauerlichen Kochkünste Ihrer jüngsten Tochter werden erstmals hochgelobt werden, glauben Sie es mir.



Verzweifeln Sie auch nicht, wenn Sie bemerken, dass unser Ex-Soldat niemandem in die Augen sieht.


Auch wenn Sie irgendwann erstaunt bemerken, er schaut allen auf Ihre Schulter, so sucht er doch nur Sicherheit und einen Vorgesetzten.

Hier ein nächster, aber wirklich gut gemeinter Rat!

Sollten Sie von Ihrem Heimkehrer mehr Aufmerksamkeit haben wollen, so besorgen Sie sich unverzüglich, aber nur für eine Übergangszeit, die Rangabzeichen eines Obersten der Bundeswehr.

Sollten Sie besondere Aufmerksamkeit einfordern wollen, besser noch die eines Hauptfeldwebels.

Und schaffen Sie sich dazu eine gelbe Kordel an die Sie sich rechts an der Schulter befestigen.



Sprechen Sie von jetzt an laut und deutlich!

Vermeiden Sie lange Sätze mit mehr als fünf Wörtern!

Sie würden Ihren Heimkehrer sonst unter Umständen sofort überfordern.

Reagieren Sie bitte ab jetzt nicht verstört, wenn Sie das Zimmer betreten und Ihr Ex-Soldat sofort aufspringt und Haltung einnimmt.

Sie sollten auch wissen, dass Ihr Heimkehrer sich nun erst hinsetzen wird, wenn Sie ihn dazu auffordern.

Wundern Sie sich nicht, sondern erfreuen Sie sich vielmehr einfach so lange Sie es können an diesen Gesten übertriebener Höflichkeit.


Als einen ganz besonderen Tag sollten Sie den 4.Dezember eines Jahres ansehen, wenn Ihr Exsoldat bei der Artillerie war.

Nähert sich der 4. Dezember des Jahres, wird Ihr ehemaliger Artilleriesoldat unruhig.


Sein Tag, der Barbaratag, den er mit glänzenden Augen schon erwartet, erscheint in greifbarer Nähe.

Sofort wir er Ihnen einen langen Vortrag
"über die Vorzüge der verschiedenen Glasmantelgeschosse der Kaliber 0-200 oder 0-300", für diesen Tag halten.

Verzweifeln Sie nicht, Ihr Heimkehrer ist nicht plötzlich verrückt geworden.

Er will Ihnen nur klar machen, dass er, wie er es gewohnt war, für diesen Tag Anspruch anmeldet an Biergläsern (Willibecher) der Maßeinheit 0,2 oder 0,3 Liter.



Sie sollten sofort darauf eingehen und Ihrem Rekonvaleszenten das geforderte Bierglas zur Verfügung stellen.

Erschrecken Sie bitte nicht, wenn der 4. Dezemberabend angebrochen ist und Ihr Heimkehrer in allerlei skurrile Redewendungen, Schabernack und kindliche Spielchen verfällt.

Er feiert, wie er es gewohnt war, seinen Tag der Artilleristen, seinen Barbaratag.


Machen Sie einfach mit und erfreuen Sie sich an ihm, seine Zufriedenheit für 1 Jahr wird Sie für Ihre Mühe entschädigen.


Nun aber eine dringende Warnung!

Sollte bald Silvester anstehen, beherzigen Sie bitte Folgendes:

Gehen Sie mit Ihrem rekonvaleszierenden Soldaten auf keinen Fall um Mitternacht vor die Tür!

Laute Kracher, sogenannte Chinaböller, stellen hierbei wohl das Hauptproblem dar.

In deren Detonationsumkreis riskieren Sie, von Ihrem Ex-Soldaten niedergerissen zu werden, während er
"Volle Deckung - Feindfeuer" brüllt.

Stellen Sie sich auch unbedingt darauf ein, dass bei einer am Himmel zerplatzenden roten Leuchtrakete unmittelbar ein markerschütterndes
"ABC-Alarm" aus dem verzerrten Munde Ihres Heimkehrers ertönt und er zu umliegenden Gegenständen greift, um sich zu schützen.



Zerplatzt gleich darauf am Himmel eine grüne Rakete, so hören Sie ihn sofort, mit entspanntem Gesicht, ein
"Entwarnung" schreien!



Ein weiterer und notwendiger Hinweis!

Sie sollten alle langen Stangen und alles Bettzeug oder Familien-Wand-Teppiche unter Verschluss halten.

Blechwannen jedweder Art sollten Sie tunlichst entfernen oder wenn Sie sie behalten müssen, einschließen.

Es könnte sehr peinlich für Sie werden, Ihrem Nachbarn erklären zu müssen, warum plötzlich des Morgens unter Trommelwirbel ein bunt geflecktes Kopfkissen an aneinander gebundenen Bohnenstangen, um eine größere Höhe zu erreichen, vor Ihrer Haustür von Ihrem Heimkehrer gehisst wird.

Noch ein wichtiger Tipp für die Hausfrauen und Mütter!

Seien Sie bitte, bitte nicht beleidigt, wenn Sie in den ersten Monaten nach Rückkehr mit harscher Kritik ob der Sauberkeit in der Wohnung im Allgemeinen und der Ordnung in Ihren Kleiderschränken im Besonderen überhäuft werden.

Erschrecken Sie auch nicht, wenn Sie nachts wach werden und Ihr Heimkehrer ist eben dabei alle Wäschestücke Ihres Schrankes auf das DIN-A4 Format zu falten und mit einem Lineal exakt vier Zentimeter voneinander entfernt wieder in Ihrem Schrank ausrichtet ein zu stapeln.

Gewöhnen Sie Sich auch bitte daran, dass Ihr Ex-Soldat auf den Türrahmen Staub wischt und auch Tische und Stühle von untern säubert.

Wenn Sie des Nachts zur Toilette müssen und Ihnen dabei auf Ihrem Korridor in der Nähe des Zimmers Ihres Heimkehrers ein lauter Furz entfährt, erschrecken Sie bitte nicht wenn er gleich darauf die Zimmertür aufgerissen wird und er schlaftrunken neben seiner Zimmertür erscheint und meldet:
"Stube 246 auf und gesund", er hat Ihren Furz für einen Alarmschrei eines Unteroffiziers vom Dienst (UvD) gehalten.

Antworten Sie ihm einfach:
"Danke, weitermachen mit Nachtruhe!" - und er wird sofort wieder zu Bett gehen.

Ein heikles Thema sind jetzt Autofahrten, die können für Sie in der Folgezeit richtig anstrengend werden.

Bei Fahren auf Autobahnen ist jetzt viel Toleranz und äusserste Geduld mit Ihrem Heimkehrer gefragt, während er Sie mit maximal 60 Stundenkilometern langsam aber sehr sicher Ihrem Ziel nicht wirklich näher bringt.

Reisen Sie aber mit der Bahn, sollten Sie Ihren ehemaligen Soldaten aber unbedingt weit von etwaigen mitfahrenden Feldjägern entfernt halten.

Er könnte sofort die Züge eines Schäferhundes annehmen und bellen:
"Feldjäger? Wo, wo, wo...!"

Ganz zu Anfang werden auch andere Ihrer Freizeitaktivitäten sehr in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Es kann sein, dass Ihr Heimkehrer im Schwimmbad am Beckenrand verharrt und sich seine Fußspitzen zwanghaft an den Beckenfließen ausrichten.

Keine Angst, er hat nicht plötzlich verlernt, wie man schwimmt.

Er erwartet den Befehl, in das Wasser zu steigen und bei Erreichen einer gewissen Wassertiefe selbstständig mit Schwimmbewegungen zu beginnen.

Zu Abschluss noch einen Hinweis an die Frauen, Freundinnen und Geliebte unseres heimgekehrten Ex-Soldaten!

Als äußerst problematisch ist die Situation, den ersten Sex nach der Rückkehr einzustufen!


Wundern Sie sich bitte nicht zu sehr, wenn Ihr Partner nach dem ersten Akt aufspringt, sich in Grundstellung (Hacken zusammen und Hände an die imaginäre Hosennaht) begibt und meldet:

"Ein Schuss Sperma richtig übergeben!"

Lachen Sie jetzt bitte nicht, sondern antworten Sie sofort:

"Ein Schuss Sperma richtig erhalten!"

- und einem weiteren gemütlichen Abend steht nichts mehr im Wege.


Jeder Soldat trägt, weil er sich nun nicht wirklich alles merken kann, ein Art Bündel von Spickzetteln, seine Taschenkarten, bei sich.

Machen Sie sich einen Spickzettel über die Eigenarten Ihres Exsoldaten, beherzigen Sie diese Anleitung und Sie werden bald Ihre helle Freude an Ihrem Heimkehrer haben.

Wenn Ihr Rekonvaleszent eines Tages mit einen strahlenden Lächeln im Gesicht und einer mit einem, in Ihren Augen weh tuenden, wildem Muster versehener Weste, einer sogenannten Tarnweste, erscheint und sofort beginnt alle seine ihm jemals verliehenen Medaillen, Orden und Ehrenzeichen darauf kunstvoll zu drapieren, nehmen Sie es ihm nicht übel.

Er hat doch nur Sehnsucht nach seinen alten Kameraden.

Raten Sie ihm einfach:
"Junge, Mensch, bei der Artillerie-Gesellschaft-Augustdorf e.V. machen sie genau das richtige! - Dass was Dir fehlt! - Ich schenke dir zwei Jahre Mitgliedschaft bei denen, das wird Dir sicher sehr gut tun!"


TEXT:
Hans-Georg Krause

Webseiten:
www.gfm-rommel-kaserne.org -bedienungsanleitung
und
www.artillerie-gesellschaft-augustdorf.de -bedienungsanleitung

Hinweis:
Bei Weiterverwendung ist der Ursprung
(damit kein Plagiatsverdacht entsteht) anzugeben!

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