GFM-Rommel-Kaserne


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Garnison

Geschichte





Die
Garnison
und die Geschichte
der Militäreinrichtungen
rund um den Standort
AUGUSTDORF


Geschichte:

Wie der Ort und der Standort Augustdorf entstanden sind:

Graf Simon August zur Lippe rief 1775 die Bevölkerung auf, am Dören unentgeltlich Besitz vom kargen Heideboden zu ergreifen.
Die Siedlung auf dem Dören entwickelte sich nur sehr langsam.
1875 waren es 1.400 Einwohner, die sich mühten, den kargen Sandboden in ertragreiches Ackerland umzuwandeln.



Das 7. Armee-Korps in Münster kaufte 1892 von der Fürstlichen Lippischen Regierung Heideflächen zur Vergrößerung des Truppenübungsplatzes auf. Die Bodelschwingh´schen Anstalten erwarben nach den I. Weltkrieg 900 Hektar Ödland, auf dem die landwirtschaftlichen Betriebe Siegmarshof, Wagnerhof und Heimathof gebaut wurden, um so die damalige regionale Arbeitslosigkeit zu mindern. So wurden rund 2.000 Morgen unfruchtbaren Heidebodens kultiviert. Zwar übten bereits seit 1892 militärische Verbände in der unmittelbar neben der heutigen Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne gelegenen Senne, die heutige Kaserne war aber als "Lager Augustdorf" für den "Reichsarbeitsdienst" ausgelegt.

Bei der Erweiterung des Truppenübungsplatzes und Räumung des Ortes Haustenbeck, entstand 1937 ein erweitertes Lager, das den Namen Lager Nord oder Nordlager trug. Hier war in jener Zeit ein Ergänzungsbataillon (heute Feldersatzbataillon) untergebracht. Die Kapazität des Lagers NORD oder NORDLAGER (es gibt unterschiedliche Versionen der Bezeichnung, die wohl immer dasselbe meinen) erweiterte sich stetig, und lag am Ende des 2. Weltkrieges bei 16.000 Mann. Unter anderem waren im Lager Nord oder NORDLAGER, dem älteren Teil der heutigen Kaserne und in etwa dort wo sich heute das PzBtl 203 befindet, in jenen Zeiten das SS-Panzerersatz- und Ausbildungsbataillon 1 der Waffen-SS untergebracht. Aus dem wurde in den letzten Monaten des Krieges die SS-Panzerbrigade Westfalen aufgestellt, die an der letzten Panzerschlacht um Paderborn, maßgeblich beteiligt war. Das Wehrkreiskommando VI wurde am 24.03.1945 in Generalkommando VI. AK umgewandelt, Gen. d. Inf. Mattenklott. Im unterstand auch der Bereich Detmold (alles von Hilter bis Horn).



Die Straßen über den Teutoburger Wald sollten gesperrt werden, die 466. ID bezog Linie Buke-Driburg-Brakel-Höxter. Diese wurde am 31.03.1945 noch mal vorverlegt. Gen. Becher in Bielefeld hatte neun Verteidigungsabschnitte gebildet, u.a.:

V: Kampf-Komm. BielefeldAAAAAAOberst Sommer
VI: Kampf-Komm. Herford
AAAAAAMajor Gröne
VII: Kampf-Komm. Oerlinghausen Oberleutnant Rademacher
VIII:Kampf-Komm. Lemgo
AAAAAAHauptmann Heckmann
IX: Kampf-Komm. Detmold
AAAAA.Major Höhle

Die Kampf-Gruppe (KaGru) Becher hatte insgesamt 6.500 - 7.000 Mann, örtliche Volksturm - Einheiten sollten hinzugezogen werden. Dies unterblieb teilweise, weil keine Waffen vorhanden waren. Straßensperren wurden u.a. auch von der Beob. Ersatz-Abt. 6 besetzt. Oerlinghausen wurde durch PGR-Ersatz- und Ausbild.Bat. 64 unter Rademacher und einer Gruppe Fallschirmjäger der KGr. Schönwald verteidigt.



Am 1. April 1945 standen amerikanische Truppen in Augustdorf, 28 Häuser und das Feuerwehrhaus wurden durch direkten Panzer- und Artilleriebeschuss zerstört, weitere teils schwer beschädigt. Dann kam es bei der Verteidigung des Lagers zur "Schlacht an der Dörenschlucht", bei denen 35 Männer einer Genesenen-Kompanie der Waffen-SS gefallen sind, nachdem sie den Vormarsch der Amerikaner in Richtung Detmold, durch Abschuss von 7 Sherman-Panzern, zumindest zeitweise, aufgehalten haben. Die Soldaten fanden ihre letzte Ruhe auf einem kleinen Ehrenfriedhof nahe der heutigen Kaserne.
Die Entwicklung der Ortschaft Augustdorf im 20. Jahrhundert wurde durch das ursprünglich für den Reichsarbeitsdienst angelegte Lager Augustdorf bestimmt. Ab 1945 wurde das Lager NORD oder NORDLAGER für verschiedene Personen genutzt. Zunächst waren dort bis zur Repatriierung ehemalige russische Kriegsgefangene und verschleppte Osteuropäer untergebracht, unter deren "Raubzügen und Übergriffen" die Bevölkerung in der Umgebung zu leiden hatte.


Der Grundstein für die Bundeswehrgarnison Augustdorf wurde am 1. April 1957 gelegt.

Die ersten Soldaten der jungen Bundeswehr zogen am 26. Juni 1957 in die mit großem Aufwand neu errichteten Unterkünfte im "Neuen Lager", wie die Kaserne seinerzeit genannt wurde. Das Gelände wurde nach und nach umgestaltet. In Anlehnung an das alte "Lager für übende Truppen" waren jetzt aber feste Steinbaracken errichtet worden. Ende Mai 1957 traf als "Vorkommando" das ehemalige Panzerbataillon 1 aus Dedelsdorf (später Panzerbataillon 213) ein. Mit großer Flaggenparade und Kranzniederlegung am Augustdorfer-Ehrenmal wurde die Kasernenübernahme im Standort Augustdorf am 26. Juni 1957 vollzogen. Von nun an setzte in und außerhalb der Kaserne rege Bautätigkeit ein. Es wurden ausgedehnte Wohnsiedlungen gebaut, Augustdorf entwickelte sich stetig zur Großgemeinde. Am 5. März 1966 wurde es als öffentliches Kommunikationszentrum eingeweiht. 1973 erfolgte der erste Sprung ins Wasser des langersehnten Hallenbades in der Kaserne, das auch von der DLRG-Ortsgruppe Augustdorf benutzt wurde. Zum gleichen Zeitpunkt wurden die alten Baracken abgerissen und die Panzergrenadiere konnten in neue, moderne Unterkünfte umziehen. Im Sommer 1975 feierte Augustdorf mit ihren Soldaten ihr 200-jähriges Bestehen. An dem Festumzug durch die Straßen der Gemeinde nahmen neben den Abordnungen aller Verbände, ein Heeresmusikkorps sowie Soldaten in historischen Uniformen teil.
Eingebettet in die Festveranstaltung legten die wehrpflichtigen Soldaten öffentlich in ihrer Garnisonsgemeinde das Feierliche Gelöbnis ab.





Obwohl die Gemeinde durch das Militär einige Belastungen auf sich nehmen musste, sind die Bevölkerung und Soldaten auch heute noch miteinander eng verbunden. Dieses drückt sich nicht nur durch regelmäßige Begegnungen und bodenständige Integration aus, sondern wird dadurch dokumentiert, dass viele Soldaten als Gemeinderatsmitglieder, in Sportvereinen, im kulturellen Bereich und auf vielen anderen Gebieten aktiv an der Weiterentwicklung ihrer Garnisonsgemeinde beteiligt waren. Heute ergibt sich leider ein völlig anderes Bild. Viele "hinzuversetzte" Soldaten bleiben an ihrem "ersten" Wohnort mit ihrer Familie wohnen und pendeln täglich, oder wöchentlich, zu ihren Familien. Der Grund ist einfach, zum einen die veränderten Anforderungen und die kurze Standzeit als Zeit- oder Berufssoldat am Standort, und zum anderen die weggefallene "Residenzpflicht". Waren Zeit- und Berufssoldaten zu früheren Zeiten gezwungen, in maximaler Entfernung von einer Stunde von ihrem Dienstsitz zu wohnen, was viele bewog nach Augustdorf zu ziehen, ist das heute bedauerlicherweise nicht mehr der Fall. Die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne ist heute die größte und schönste (subjektive Meinung des Autors) militärische Anlage in der Bundesrepublik Deutschland.


Es ist auch heute noch ungewöhnlich, dass in einer Kaserne eine Brigade, ein weiteres mechanisches Bataillon sowie weitere militärische Dienststellen untergebracht sind. Die Kasernenanlage zeichnet sich durch großzügig angelegte Unterkunftsbereiche mit zahlreichen und auflockernden Baumbestand, die in vielfältige Funktionsbereiche übergehen, und an Ausbildungs- und Sportanlagen anschließen. Ständig wir die Gesamtanlage durch Baumaßnahmen erweitert und verbessert. Das Bild des ehemaligen "Lagers für übende Truppen" hat sich völlig verändert und wandelt sich stetig. Wer den alten Haupteingang, also die Einfahrt in die "alte" Kaserne heute sucht, findet ihn an der Paradestraße. Zwei große Steinpfosten weisen dem Suchenden den Weg. Heute fährt der Suchende durch diese alte Einfahrt, weiter auf der Dedelsdorfer Allee hin zu seinem Panzerartilleriebataillon 215. Im Sommer 1983 wurde eine neue Panzerausbildungshalle fertig gestellt, und mit dem Neubauprojekt vor den Unterkunftsbereichen des Panzerbataillons 214 begonnen (Anmerkung: Heute findet man hier das Panzerbataillon 203). Dazu ein Augenzeugenbericht: Ich habe meinen Wehrdienst seinerzeit bei der 2./214 im Jahre 1969 begonnen und kann mich noch genau an die damalig Strukturierung dieses Bereiches erinnern. Die 2./214 war in den ersten flachen Steingebäuden im Weg hinter dem jetzigen Bataillons-Gebäude des PzArtBtl 215 untergebracht. In Verlängerung jeweilig links und rechts des Weges dann die 3./214 und die 4./214. Für die Soldaten damals ein ungewöhnlich langer Weg durch die Kompaniebereiche der drei Kompanien. Unter dem Schleppdach zur Seite des Bataillons-Gebäudes waren die Radfahrzeuge untergestellt, gegenüber die Leos. Wo jetzt die 3./215 ihre Unterkunft hat, hinter den beiden Geschützen, war die 1./214 mit dem Fernmeldeblock gegenüber und dem quergestellten U-Raum. Dann in aufsteigender Reihenfolge das kleinere Gebäude, heute Feldjägerdienstkdo, war noch eine Unterkunft der 1./214, das Hauptgebäude der heutigen 2./215 wurde von der Ausbildungskompanie 10/7 belegt. Im heutigen Gebäude der 1./215, war früher die 1./213 untergebracht. Die 2./213 bis 4./213 waren in flachen Steingebäuden parallel wie bei der ehemaligen 214, unmittelbar vor dem Tor, direkt hinter dem T-Bereich des PzBtl 214, untergebracht. Der T-Bereich des ehemaligen PzBtl 213 ist jetzt der T-Bereich des PzArtBtl 215. Wer durch die alte Einfahrt der Kaserne, die Dedelsdorfer-Allee in diesen Bereich kommt, hätte früher den Stab des PzBtl 214 sofort zur linken Hand und das Stabsgebäude des PzBtl 213 direkt an der Straße hinter der heutigen UHG, damals Kantine, gefunden. Der ehemalige San-Bereich 1 war genau im Scheitelpunkt dieser Straße auf der Fläche, wo heute der Schotterparkplatz des Stabsgebäudes des PzArtBtl 215 ist. Die flachen Gebäude, die seinerzeit in den Stichstraßen von 214 und 213 standen, wurden abgerissen. An ihrer Stelle entstanden Neubauten, davon wir eines heute von der 4./215 genutzt. Die übrigen Unterkünfte des Panzer-Artillerie-Bataillon 215 sind wohl die ältesten Gebäude der Kaserne, deshalb und weil dort eine häufige Verkeimung des Warmwassers mit Legionellen drohte, werden sie jetzt umfangreich saniert werden müssen. Die Möglichkeiten für sinnvolle Freizeitgestaltung der Soldaten sind vielfältig. So gibt es in der Kaserne Sportplätze, Sporthallen, Tennisplätze, Schießkinos, Bastelhallen, Hallenbad und Sauna, Truppenbüchereien und, und, und.
Am 1. Juli 1982 eröffnete in der Kaserne ein "Freizeitbüro" seine Pforten. Hier informierten sich die Soldaten mit ihrem Kameraden über günstige Freizeitangebote in der Umgebung des Standortes, koordinierten die Nutzungsmöglichkeiten der Betreuungseinrichtungen, regten an zu sportlichen und sonstigen Neigungsgruppen, vermittelten Karten und Fahrmöglichkeiten zu Veranstaltungen aller Art. Mit Unterstützung der umliegenden Gemeinden und Städte wurde 1984 ein Freizeitpass für Soldaten herausgegeben, der alle wesentlichen Informationen enthielt und besonders den wehrpflichtigen Soldaten Vergünstigungen ermöglichte.


Am 20. April 2007 wurde zur Erinnerung an 50 Jahre Wehrpflicht in der Kaserne ein feierliches Gelöbnis für 1.000 Rekruten durchgeführt. Anwesend waren neben rund 3.000 Gästen und Angehörigen Verteidigungsminister Dr. F.J. Jung und der Generalinspekteur der Bundeswehr, General W. Schneiderhan.



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